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101 Augsburg - Süd 21.12.2016

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Seite 20 Mittwoch,

Seite 20 Mittwoch, 21.Dezember 2016 37 Jahre STADTZEITUNG AUGSBURG®ION In Plan undPuffer THEATERSANIERUNG/Augsburger Stadtrat fasst „Projektbeschluss zurGeneralsanierung“. Der Mann der Bäume UMWELT/Dieetwa60Linden an derFuggerstraße sollen gefällt werden.Landschaftsgärtner Norbert Mayr möchte dieBäume retten. Er übt scharfe Kritik am Umweltreferat. Die Linden würden totgeteert. David Libossek Janina Funk Augsburg. Temperamentvoll wirkt Baureferent Gerd Merkle eher nicht. Als er im Stadtrat am vergangenen Donnerstag in der Debatte zur Theatersanierung die Stimme hebt, ist es für seine Verhältnisse daher wohl schonsoetwas wieein Gefühlsausbruch. „Das ärgert mich richtig“, wendet er sich mit grimmiger Miene an Linken- Stadtrat Alexander Süßmair. Dieser hatgerade verkündet, es sei „abzusehen, dass der Kostendeckel nicht zu halten ist“. Mansei was die Kosten der Sanierung angehe voll im Puffer, erwidert Merkle –und damit im Plan. Im Bauausschuss in der vorvergangenen Woche hatte Merkle erklärt, dass es teurer wird, das Große Haus des Stadttheaters zu sanieren, als zunächst geschätzt. Aber man liege eben im kalkulierten Puffer. Und daher sei die Kostensteigerung nichtweiter tragisch. MitMehrkostenvon 17,5 Millionen Eurorechnen Baureferat und Architektenbüro nun. Der Spielraumschmilzt auf 4,5Millionen Euro. Grund sind Mängel, die erst jetzt deutlich wurden. So habe man zumBeispiel festgestellt, dass die Wände mit Bauschuttgefüllt sind. Dennoch sei man unter dem Kostendeckel, betont Merkle in der Stadtratssitzungerneut.Für dieSanierungdes Großen Hauses habe man inzwischen eine genaue Kostenberechnung, in detaillierten Kostenabschnitten, sagt Architekt Walter Achatz. Er sei zuversichtlich, den Kostenansatz von 113,5 150Millionen Euro für Augsburg Millionen Euro für das Große Haus einhalten zu können. „Wir sind der Meinung, dass wir das Gebäude auch in dieser Summe umsetzen können.“ Merkle ergänzt, dass es „aus heutiger Sicht“ dennoch freilich nicht machbarsei, „alles zu prognostizieren“. Aber: Man arbeite „so transparent,wie nurirgendwiemöglich.“ Aus dem Stadtrat gibt es am Donnerstag viel Lob für Architekturbüro und Verwaltung. „Wenn wir indiesem Pufferbereich bleiben, sind wir gut gelandet“, meldet sich Cemal Bozoglu (Grüne) versöhnlich zu Wort.Und: dass der Kostenpuffer zu diesem frühen Zeitpunkt fast verbraucht ist, sagt Florian Freund (SPD), sei eben „den Umständen geschuldet“. An Achatz gerichtet fragt Freund noch, warum laut Beschlussvorlagedenn auch die Architektenkosten um zwei Millionen teurer werden. Die Steigerung sei „selbstverständlich nicht nur das Architekten-Honorar“, antwortetdieser.Essei ein ganzesTeamaus Fachplanern zu finanzieren, geregelt durch die HOAI – die „Honorarordnung für Architekten und Ingenieure“. In dieser Verordnung des Bundes istauch festgelegt, dass sich das Honorar ander Gesamtbausumme orientiert. Weitestgehend einig ist man sich dann auch in der Abstimmung über den „Projektbeschluss zur Generalsanierung des Großen Hauses“. Gegenfünf Stimmen aus Reihen der Linken, der Polit-WGund der Freien Wähler stimmt der Stadtrat dem Entwurfsplanletztlichzu. Der Stadtrat sagte inseiner letzten Sitzung des Jahres „Ja“ zum Projektbeschluss. Foto: Janina Funk Senioren Kümmerservice „Ihre Alltagshelfer für Sie oder Ihre Lieben" Wir kümmern uns um: -Einkaufen -Betreuung -Botengänge -Begleitung -Büroarbeiten -Servicefahrten Tel.: 0821/24414875 Mobil: 0157/54324074 Augsburg. Wie inden vergangenen Jahren kann sich Augsburg wieder über eine Millionenzuweisungfür denkommunalen Haushalt freuen. Allein die Stadt Augsburg erhält 153,6 Millionen Euro anstaatlichen Schlüsselzuweisungen. Der Landkreis Augsburg bekommt 34,9 Millionen Euro. Insgesamt steigen die Schlüsselzuweisungen imkommenden Jahr bayernweit um über vier Prozent auf rund 3,37 Milliarden. Die kreisfreien Städteerhalten rund 745 Millionen Euro,die kreisangehörigen Gemeinden über 1,4 Milliarden Euro und die Landkreise über1,2 Milliarden Euro. (pm) Altmetall-Ankauf! Sofort Bargeld! Macht Ihr Metall zu Geld Rohstoffhandel Containerdienst Augsburg-Inningen, Wasserturmstr. 51 oder Einfahrt NETTO, Tel. 0821/65084-70 www.patamu-augsburg.de Augsburg. Braun-Beige Lederhose- und Jacke imTrachtenstil, kombiniert mit passendem Schlapphut. Sogaloppiert Norbert Mayr über die Betonprärie des Königsplatzes. Das Ross des Stadtindianers ist ein Radl, das vorne und hinteneinen wuchtigen Gepäckträger hat. Am Fuß der Fuggerstraßeangekommen, zügelt er sein Transportmittel und bindet es neben einem Baum an, der vomPlakat eines Fitnessstudios umgebenist. „Eigentlich müsste ich mich Grün anmalen und in eine Baumkrone setzen“, denkt Norbert Mayr laut nach. Dann grinst er. Fürs erste muss ein Zeitungsartikel reichen, um Aufmerksamkeit für seine Sachezubekommen. Seine Sache sind die Bäume an der Fuggerstraße. Jene Achse, die den Königsplatz und das Stadttheater verbindet. Die rund 60 Linden, die rechts und links die Allee bilden, sollen gefällt werden, sobald die Stadt das Geld für das Prestigeprojekt Fuggerboulevard aufbringenkann. Mayr will das verhindern. Denn, davon ist der Landschaftsgärtner überzeugt, die Stadt wolle die Bäume für die Ästhetik der angestrebten Prachtmeile opfern. Für Mayr, nach eigener Aussage gute 50, ein Unding und Sachbeschädigung. Einen Pfeil hat der Stadtindianer bereits in Richtung UmweltreferentReiner Erben(Grüne) abgefeuert –inForm eines Briefes.Nachsechs Wochen des Wartens hält er nundie Antwort in Händen. Beider Planungdes Fuggerboulevards „stand der Erhalt der Bäume immer im Vordergrund“, heißt esindem Schreiben. Dennoch habe der Stadtrat vorfastgenau zwei Jahren entschieden, die Bäume zu fällen. Denn neue Untersuchungen hätten gezeigt, dass „die Größe der Kronen für Linden dieses Alters stark unterentwickelt seien“. „Wie wenn man einem Kind einen Gürtelum den Hals legt“ Kein Wunder,entgegnet Mayr und ist mit drei schnellen langen Schritten am ersten Baum NorbertMayrkämpftfür die Lindenauf derFuggerstraße. der Fuggerstraße angelangt. „Schauen Sie“, fordert er auf und deutet mit ausgestreckter Hand auf den kleinen Kreis Erde, der den Stamm vom Beton trennt. „Das ist doch logisch, wenn man die Bäume tot-teert. Sie kriegen kaum Wasser. Das ist, wie wenn man einem Kind einen Gürtel um den Hals legt.“ Ein gewolltes Übel, glaubt Mayr.Sokönne die Stadt gegenüber der eigenen Baumschutzverordnung legitimieren, die Linden zu fällen und neue zu pflanzen. Von zwei neuen Baumreihen je Seite schreibt Umweltreferent Erben, so wie sieauchGrafiken des geplanten Boulevards zeigen. Weit kleinere Bäume als die Linden vermutet Mayr, denn „die verschaffen eine bessereSicht aufdas Theater. Das will die Stadt, würde es aber nie zugeben“, vermutet Mayr, schließlich wäre das ja kein triftigerGrund, zu Fällen. Mayr istsicher: „Argumentation der Stadt istfachlichfalsch“ „Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden“, argumentiert er. Dass das Umweltreferat angibt, man könne die kommenden Bäume mit Substrat-Erde anreichern, ringt ihm ein Lachen ab: „Warum hat man das bisher nicht getan“, fragt er, fährt mit der Hand durch die Erde um einen weiteren Alleebaum, fühlt sie zwischen den Fingern und analysiert umgehend: „Das hier ist tote Erde. Vermisste Frauen wohl ermordet KRIMINALITÄT / Polizeigeht von Tötungsdelikt ausund nimmt 31-jährigen Tatverdächtigen fest. Hirblingen. Die beiden Frauen, die seit Freitag vergangener Woche vermisst werden, sind offenbar Opfer eines Verbrechens geworden. Das gab die Polizei amspäten Freitagabend bekannt. „Umfangreiche Ermittlungen der Kripo Augsburg, die hierzu eigens eine Sonderkommission eingerichtet hat, lassen zwischenzeitlich den Schluss zu, dass die beiden Frauen Opfer eines Tötungsdeliktes geworden sind“, schreibt diePolizei in einer Pressemitteilung. Aufgrund dieser Erkenntnisse sei inder Nacht auf Freitag ein 31-Jähriger festgenommen worden, gegenden sich laut Polizei ein dringender Tatverdacht ergeben hatte. Er wurde heute Nachmittag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Augsburg vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes erlassen undinVollzug gesetzthat. Derebenfalls im Rahmen der Fahndung gesuchte Peugeot wurde unweit des Wohnortes der Frauen von Fahndern der Kripo Augsburg gefunden. Das Fahrzeug werdederzeit spurentechnisch untersucht. Die Soko Hirblingen der Kripo Augsburg bittetdie Bevölkerung weiterhin um ihreMithilfe und stellt folgende Fragen: „Wer hatdie beiden Frauen seit Freitag, 8. Dezember, gesehen? Werhat den heuteaufgefunden Peugeot(Typ3008, Farbebraun mit dem amtlichen Kennzeichen A-BN 2507) seit diesem Freitaggesehen?“ Hinweise werden unter Telefon 0821/323-3810 angenommen.(pm) Sosehen die Pläne derStadt für den Fugger Boulevardaus. Wo soll der Baum seine Nährstoffe hernehmen?“ Drei Jahrzehnte Berufserfahrung,unter anderem im Botanischen Garten, sagen ihm, dass auch die Begründung Erbens, nach welcher die neuen Alleebäume nicht im Schatten der bestehenden Linden wachsen können, falsch ist. Dafür zitiert er aus einem Büchlein mit Fragender Landschaftsgärtnerprüfung, das errasch aus einem der Gepäckträger zieht.„Photosynthese von Laubbäumen funktioniert am besten bei Temperaturen von 20 bis 28 Grad“,liest er vor. Ein Schattenplätzchen sei imSommer also ideal. Also könne man die zwei Baumreihen durchaus auch mit den vorhandenen Linden realisieren. Undnochetwas gibt Mayr zu bedenken: Die Bäume bauen Feinstaub ab und sind natürlicheKlimaanlagen. „Ohne sieist Mit Schildern und Gesängen protestierten Studenten gegen einen Umzug desSprachenzentrums. Foto:Tina Meier „Nein zum Umzug“ Protestgegen Umsiedelung des Sprachenzentrums Augsburg. Bereits vergangene Woche berichtete die StadtZeitung über den Ärger, den die neue medizinische Fakultät an der Uni Augsburg verursacht hat. Die Fachschaft Lehramt und die Studierendenvertretung der Philologisch-Historischen Fakultät riefen am vorigen Dienstag zu einem Flashmob auf, um gegen den geplanten Umzug zuprotestieren. „In den zwei Mittagspausenwerden wirzeigen, dass die Möglichkeit das Sprachenzentrum in den Sigma-Parkzuverlegen, für uns nicht tragbar ist“, schriebensie aufFacebook. In einem Video, das sie bereits am vergangenen Montag Foto:David Libossek Foto:Archiv es im Sommer aufdieser Straße ein bis zwei Grad wärmer“, erläutert Mayr und ergänzt: Die neuen Bäume bräuchten bis zu 25 Jahre Wachstumszeit, um dasleisten zu können. Mayr und seine beiden Mitstreiterinnenwollen die Bäume retten, denn, da ist Mayr ganz sicher, das sei bei den meisten möglich. Sie haben einigen der Linden bereits kleine Sprüche umgehängt. Sie möchten sich mit anderen vernetzen, hoffen aufeinen Effektwie an der Hessenbachstraße, an der Baumschützer mit Mayrs Unterstützung gegen Fällungen für die Trasse der Linie 5protestierten, oder wie inGöggingen, wo Anwohner wegen drei gefällten, steinalten Kastanien Alarm machten. „Hier geht es um 60 Bäume“,appelliert er, da müsse sich doch etwas rühren. Und wenn er sich dafür Grün anmalen muss. online stellten, sagen sie in mehrerenSprachen, vondenen viele am Sprachenzentrum angeboten, werden „Nein zum Umzug“. Am Dienstag voriger Woche war die Mensa voll, viele wussten von dem geplanten Flashmob. Manche hatten sogar extra Plakate gemacht auf denen die Parolen „Nein zum Umzug“, „Für den Campus“ und „Sprachlos“ zulesen waren. Im Foyerder Mensalag ein Brief an den Landtag aus, in dem Studentenvertreter ein neues Gebäude auf dem Unicampus statt eines Umzugs forderten, den die Studenten unterschreiben konnten. (tim)

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