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101 Augsburg-Süd 27.01.2016

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Seite 12 Mittwoch, 27.

Seite 12 Mittwoch, 27. Januar 2016 37 Jahre STADTZEITUNG AUGSBURG®ION Kurzer Besuch bei der SPD NEUJAHRSEMPFANG/Sigmar Gabrielruftin Augsburgzu„doppelter Integration“ auf. Hans Blöchl Augsburg. Quasi imVorbeigehen kam Parteichef Sigmar Gabriel ziemlich überraschend zum Neujahrsempfang der Augsburger SPD–Stadtratsfraktion. Der Bundeswirtschaftsministerweilte, wegender großen Kundgebung des Schaustellerverbandes auf dem Messegelände, ohnehin inder Fuggerstadt. ImRathaus traf Gabriel nicht nurauf seine Parteigenossen, sondern auch aufAugsburger Koalitionspartner, Baureferent Gerd Merkle (CSU)und die beiden Grünen Rainer Erben (Umweltreferent) und Fraktionsvorsitzende Martina Wild. OB Kurt Gribl und Bürgermeisterin Eva Weber fehlten in diesemJahr. Die Kernbotschaft von Gabriels Rede vor den rund 700 Besucherndes Empfangsbildete eine „doppelte Integrationsleistung“. Es gelte, die vielen Flüchtlinge zuintegrieren, aber auch die Gesellschaft als Gesamtes zusammenzuhalten. Das sei auch Kernaufgabe der SPD. Eine massive finanzielle Unterstützung der Kommunen sei ein wesentlicher Teil dieser Aufgabe. „Verwahrloste Städte produzieren verwahrloste Köpfe und Seelen“, sagte er. Erbezeichnete manche Sorgen der Menschen als berechtigt, verwiesaberauchdarauf, dass der „Ton die Musik mache“. „Hass hat inder Diskussion nichts zu suchen.“Dem Rufnach schnellenund einfachen Lösungenerteilte ereine Absage, „weil es dienicht gibt!“ Nach dem Kurzauftrittdes Vizekanzlers übernahmen Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich sowie die Augsburger SPD–Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr dasMikrofon.Beide kritisierten „Stimmungsmache“ gegen Flüchtlinge. DerCSU warfensie Angstmacheund unverantwortliches Handeln vor. Heinrich lobte „die gute Arbeit“, die in Augsburg besonders durch Sozialreferent Stefan Kiefer und Ordnungsreferent Dirk Wurm und deren Ämter geleistet werde. Beide riefen auch dazu auf, der „Hetze und den dumpfen Parolen entgegenzutreten.“ In der Bewertung der Arbeit in Im Rathaus wurde Gabriel auch vomPrinzenpaarSandra II. und Michael III. des Augsburger Faschingsklub Hollariaempfangen. Foto: Blöchl Stadt und Bund waren sich Heinrich und Bahr ebenfalls weitgehend einig. Der Wohnungsbau sei auf beiden Ebenen angeschoben worden, ebensowie dasSozialticket und die Schulsanierung in der Stadt sowie der Mindestlohn und Verbesserungen bei der Rente im Bund. „So einen bräuchten wir in Augsburg“ –sokommentierte nicht nur ein Genosse die anschließende Rede des Regensburger Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs. Er ging inseiner Gastrede auf die Situation nach den „Vorfällen in Köln“ ein und forderte eine umfassende Wertediskussion. Damit sei aber nicht Leitkultur gemeint, sondern die Frage, „warum wir Dinge tun und wie wirklich gutes Lebenausschauen sollte“.Kommunen seien Ort der „Zuständigkeit für das Zusammenleben“. Menschenwürdige, gut bezahlte Arbeit sei etwa eine Grundlage dafür, Bildung für alle ein weiterer Baustein. „Behandeln wir die Menschen so, wie wir ineiner solchen Situation behandelt werden möchten“,rief er außerdem zu einem humanen Umgang mit Flüchtlingen auf. Erforderte langfristige Lösungen, da Integration derzeit kaum begonnen habe.„Wirarbeiten im Notfallmodus“, beschrieb erdie Situation der Städte. Eine Reduzierung der Zuwanderung hält er für geboten,die vonder CSU vorgeschlagene Obergrenze von 200 000 bezeichnete der Regensburger OB jedoch als „absurd“ und verfassungswidrig. „Stammtischparolen helfen nichtweiter“, sagteder Gastredner unterBeifall. Tram bis nachGersthofen? VERKEHR / Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle lotet eine Verlängerung derTramlinie 4bis ins Stadtzentrum derNachbarstadt aus. Siegfried P. Rupprecht Gersthofen. Die Stadt Gersthofen liebäugelt mit einer Straßenbahn von Augsburg bis in die Gersthofer Innenstadt. Beim örtlichen Bürgerempfang hat Stadtoberhaupt Michael Wörlemitgeteilt,dasserbereits erste Verhandlungen mit den Augsburger Stadtwerken aufgenommen habe. BeiRealisierung der Verlängerung der Straßenbahnlinie 4nachNorden würde das Umsteigen am Haltepunkt Augsburg-Nord in Oberhausen überflüssig. „Alles, was dazu dient, direkt und ohne Brechung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr von Gersthofen nach Augsburg und zurück zukommen, ist eine Überlegung wert“, urteilt dazu CSU-Stadtrat Karl- Heinz Wagner. Dies könne mit einem attraktiven Fahrplan aber auch über die Bahn erfolgen, meint erweiter.Der Gersthofer Fraktionsvorsitzende von SPD/Die Grünen, Peter Schönfelder, zitiert in diesem Zusammenhang Matthias Kollatz: „Unsere Utopien von heute können die Realität von morgen sein.“ Nichts wäre schlimmer, wenn einmal festgestellt werde, dass Stadtrat und Bürgermeister eine Chance ausgelassen hätten. Wörles Initiative zeuge von Weitblick, Fantasie und zugleichVerantwortung für die Generationen nach uns, wertet Schönfelder den Vorstoß. Parallel dazu bringe auch er die Alternative einer Anbindungdes Gersthofer Bahnhofes durch einen ausgebauten und Hochhaus noch ohne Boden PROJEKT/VomRömerkeller zumJugendwohnen: Fürdas neue Kolping-Heim wurde nun nachträglich der Grundstein gelegt. 8,3Millionen Eurosind insgesamt für den Bauangesetzt. optimierten innerörtlichen Busverkehr ein. „Damitgäbeesebenfalls eine Verbindung per Schiene nach Augsburg –wenndie Taktzeiten der Bahn kürzer sind als aktuell“, soSchönfelder. Stadtrat Albert Kaps (Pro Gersthofen) findet dieDiskussion zumjetzigen Zeitpunkt, da eine Sanierung der Hauptstraßenachse inZukunft ansteht, grundsätzlich für richtig und wichtig. Aus Platzgründen müsse der Gleiskörper jedoch auf der Fahrbahn platziert werden, resümiert Kaps. Dies bedeute, dass auch die Straßenbahn amMorgen und Abend im Stau stehen kann. Für ihn sei die beste und einfachste Lösung, bei der Regierung von Schwaben zu erreichen, dass diegrünen Busseder Gersthofer Verkehrsgesellschaft (GVG) wie früher ohne Brechung nach Augsburg durchfahren können.„Busse von privaten Unternehmern dürfen dies schon seit Jahren“, betont Kaps und fragt: „Warum istdies möglich?“ Gleichzeitig gibt er zu bedenken: „Was passiert mit unseren Bussen, wenn wireine Straßenbahn haben?“ Beides funktionierenicht. Augsburg. In einem waren sich die Redner der Grundsteinlegung des neuen Kolping-Jugendwohnheims einig: Ein solches Projekt braucht Mut. Mut, um sich für jungeMenschen in Ausbildung einzusetzen und Mut, um denfinanziellen Kraftakt zumeistern. Nachdem vor Weihnachten die Arbeiten im fünften Obergeschoss des neuen Gebäudes abgeschlossen wurden, wurde nunder Grundstein gelegt. Bis Weihnachten konntennochdie letzten Funde der archäologischen Grabungen betrachtet werden. Hierbei wurden neben vielen Kleinigkeiten auch Mauern und Straßenbeläge aus der Römerzeit entdeckt, Interesse weckte vor allem der gemauerte Keller eines römischen Hauses, der in Resten ausgegrabenwurde. Diese Maßnahmen der Archäologie haben den Zeitplan mehrfachdurcheinandergewirbelt.Nun aber steht dasGebäude in den fertigenAusmaßenda –aktuell noch mit einem großenLochimKeller-und Erdgeschoss. Domkapitular Wolfgang Hacker segnete den Grundstein, der per Kran in den noch offenen Keller transportiert wurde. Staatssekretär Johannes Hintersberger und der Direktor der Augsburger Arbeitsagentur Reinhold Demel bedankten sich bei der Kolping-Stiftung Augsburg für die Entscheidung für die Jugend. Beide unterstrichen die Bedeutung des Jugendwohnens Tram-Gegner planenWiderstand PROTEST/Königsbrunner Stadtrat billigt Vereinbarung zur Verlängerung der Linie3.Die Befürworter sprechen von einerhistorischen Entscheidung. Peter Stöbich Fünf Stockwerke ist das Kolping-Jugendwohnheim in der Augsburger Jesuitengasse in den vergangenen Monaten in die Höhe gewachsen. Dennoch fehlen noch Keller, Erdgeschoss und Treppenhaus. Bis vor wenigen Tagen haben im mit Stahlstützen getragenen Mittelteil des Baues die Archäologen der Stadt die Funde ausder Römerzeit sicher gestellt. Foto: Kolping GelebteIntegration für die heimische Wirtschaft, was sich in der Unterstützung der Bundesagentur deutlich zeige. Kolping und somit auch die Kirche zeige indiesem Engagement ihr „soziales Gesicht“ und „ist nah anjungen Menschen dran“, betonte Domkapitular Hacker, bevor er die Segnung vornahm. Diözesanpräses und Stiftungsvorsitzender Alois Zeller betonte, dass ein solch großes Projekt nur mit der Unterstützung vieler einzelner Beteiligter gelingen könne, angefangen vonden Planernbis hin zu den Geldgebern. Auch Geschäftsführer HeinrichLangbedankte sich bei allen Beteiligten, diemit hohem Einsatzund Kreativität den Bau vorangebracht haben. Für den Neubau sind Kosten von 8,3 Millionen Euro angesetzt. Gefördertwirddas Projekt durch die Bundesagentur für Arbeit und das Bistum Augsburg. Geplanter Bezugstermin desneuen Gebäudes istder Beginn des Ausbildungsjahres im September diesen Jahres.(pm) AUSZEICHNUNG/Freundschaftsverein würdigt dieArbeit der Medien,die den Verein zuverlässig seit fünf Jahren unterstützten. Unter den Geehrten ist auchdie StadtZeitung. Alex Mertens Bobingen. Über eine internationaleAuszeichnung freut sich die StadtZeitung: Arif Diri, Vorsitzender des deutsch-türkischen Freundschaftsvereins in Bobingen, dankte anlässlich des fünfjährigen Bestehens den Journalisten mehrerer deutscher Zeitungen und auch türkischen Medien mit einer Urkunde für ihre stets faire Berichterstattung. Diesesei für ein friedvolles Zusammenleben sehr wichtig, stellte Bürgermeister Bernd Müller fest und lobte die „gelebte Integration“ im Verein. Der Verein umfasst 250 Mitglieder, über deren Aktionen die StadtZeitung regelmäßig berichtet. Auch die Vertreter türkischer Medien wurden bei diesem Festabend geehrt, an dem in Bobingen zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens teilnahmen. Ihnen schilderte Arif Diriseine Idee voneiner erfolgreichen Integrationspolitik unterdem Motto„Miteinander statt gegeneinander“. Ob Dirndl oder Kopftuch, Christ oder Moslem, Deutscher oder Türke – solchen Unterscheidungen misst der Vorsitzende keine große Bedeutung bei, der vonLandrat Martin Sailer zum Botschafter des Land- Hilmar Scherer (links) nahm als Vertreter der StadtZeitungdie Auszeichnung vonArif Diri entgegen. Foto: privat kreises Augsburg ernannt worden ist. Geboren in Istanbul, wuchs er beiseinen Großeltern in einem türkischen Dorf auf, während seine Eltern in den 1960er Jahren als Gastarbeiter bei Hoechst tätig waren. „Als ich dann nach Bobingen indie Grundschule kam, verstand ich zunächst kein einziges Wort und musste die erste Klasse wiederholen“, so Diri. Schon in der Schule lernte er seine spätere Frau Kadriye kennen, mit der er drei Töchter hat. Daheim ist für die türkischstämmige Familie mit deutschen Pässen inBobingen-Nord, wo zahlreiche Migranten mit den Einheimischen in guter Nachbarschaft leben. Auch dank der jahrelangen Arbeit des Vereins, der den mit 1250 Eurodotierten Schwäbischen Integrationspreis bekommen hat, gilt Bobingen in Bayern heute als Musterbeispiel fürFreundschaft und Toleranz. Doch die heute soselbstverständlich scheinende Integration war keineswegs leicht und musste mühsam erkämpft werden. „Für meine Eltern und mich gab es damals keine Sprachlehrer, Sozialberater oder sonstige Anlaufstellen“, erinnert sich Diri. Er und seine Landsleuteder zweiten Generation in Deutschland sind Wanderer zwischen zwei Kulturen und Welten: Ihreeigenen Bräuche, Sprache und Tradition wollten sie bewahren, mussten sich andererseits aber den Gegebenheiten in ihrer neuen Heimat anpassen. Königsbrunn. Jetzt ist es offiziell: In seiner jüngstenSitzung hat der Königsbrunner Stadtrat eine Vereinbarung zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von Haunstetten-West ins Zentrum der Nachbarstadtgebilligt. Sie wird mitder Stadt unddem Landkreis Augsburg sowie den Stadtwerken und der Verkehrsgesellschaft Augsburg geschlossen; diedortigenGremienmüssenebenfalls noch zustimmen. Die geplante Verlängerung umfasst im Königsbrunner Stadtgebiet 2,6 und in Augsburg knapp zwei Kilometer. Die Regionalbuslinie 740 zwischen Königsbrunn-Zentrum und am Augsburger Hauptbahnhof soll eingestellt werden. Die euphorische Stimmung über einen Beschluss von geradezu historischer Bedeutung teilen nicht alle Königsbrunner: Im Stadtrat gab es fünf Gegenstimmen,und vordem Rathaus protestierten Anwohner der geplanten Strecke,weil sieerhebliche Lärm- und Sicherheitsprobleme befürchten. ZumBeispiel könnten Gebäude Risse bekommen, so die Bedenken, weshalb eine Bürgerinitiative sich jetzt juristischen Beistand holen will. „Die Menschen mitnehmen“, diese Forderung von Ratsmitglied Ludwig Fröhlich war ein zentraler Punkt inder lebhaften Diskussion. Denn Helmut Schuler erinnerte an die Versprechen der Parteien vor der Kommunalwahl, dass zurStraßenbahndie Bürgerbefragt werden sollten: „Ein Beschluss auf breiter demokratischer Basis würde auch breite Akzeptanz bedeuten!“ Die Laufzeit der Vereinbarung über ein Vierteljahrhundertsei eine sehr weitreichende Entscheidung, sagte Schuler unter dem Beifall der Zuhörer. Mit Baubeginn müsse Königsbrunn einen jährlichen Zuschuss von 320 000 Euro leisten, zu denenabernocherhebliche weitere Kosten kämen, etwa für den Lärmschutzoder die Organisation des Zubringerverkehrs imStadtgebiet. Für das geforderte Ratsbegehren sah Bürgermeister Franz Feigl aber keine Notwendigkeit,weil er bei den Bürgerversammlungen ausführlichüberdas Millionenprojekt informiert habe. Die Ängste der Anlieger seien zwar ernstzunehmen, doch dieVorteile einer Schienenanbindung an Augsburg enorm.“ „Mit dem heutigenBeschluss habenwir noch lang keine Straßenbahn“, sagte AlexanderLeupolz; dies sei nur der erste Schritt auf einem langen Weg, der aber für Königsbrunn eine großeChance eröffne. Doch viele Bürger sehen das anders und planen bereits jetzt weitere Protestaktionen gegen die Straßenbahn.

37 Jahre STADTZEITUNG Mittwoch, 27.Januar 2016 Seite 13 AUGSBURG Revision im Fall Schottdorf Staatsanwaltschaftnimmt Freispruchnicht hin Augsburg. Der Augsburger Laborarzt Bernd Schottdorf und seine Exfrau Gabriele Schottdorf waren vergangene Woche vor dem Augsburger Landgerichtvom Vorwurf desgewerbsmäßigen Betrugs in 124 Fällen freigesprochen worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Revision eingelegt. Der 75-Jährige und seine Ex-Frau sollen sich von2004 bis 2007 um 13 Millionen Euro bereichert haben, indem sie zu Unrecht kassenärztliche Vereinigungen zur Auszahlung von Speziallaborleistungen veranlassten, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Viereinhalb Jahre Haft und ein Bußgeld in Höhe von 15,8 Millionen Euro hielt Staatsanwältin Simone Baderfür dieangemessene Strafe. Das Gericht folgte inseinem Urteil aber der Verteidigung, sprach die Angeklagtenfreiund warf der Staatsanwaltschaft eine „selektive und verkürzte Würdigung“ des komplexen Sachverhaltesvor. Nachdem die Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch Revision eingelegt hat, hat das Gericht zunächst elf Wochen Zeit, sein Urteil fertigzustellen. Im Anschluss daran muss die Staatsanwaltschaft innerhalb eines Monats eine Begründung für dieRevision einreichen.Der BundesgerichtshofinKarlsruhe prüft anschließend, obRechtsoder Verfahrensfehler vorliegen. Hat die Revision Erfolg, wird derFall vor dem Augsburger Landgericht neu aufgerollt. (kd) Schlechte Zeiten im Gute-Laune-Geschäft. Zum 67. Delegiertentag setzte sich der Deutsche Schaustellerbund in Augsburg für bessere Rahmenbedingungen ein und bekam dabei prominente Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. BundeswirtschaftsministerSigmarGabriel, der am Freitag ander Großkundgebung der Schausteller teilnahm, wünscht den Schaustellern die Wertschätzung, die sie „als wichtiger Wirtschafts- und Tourismusfaktor verdienen“. Arbeitsministerin Andrea Nahles sagte: „Volksfeste gehören zur DNAeiner Region.“ Foto: Michéle Böswald Ratgeber Radständer werden Pflicht StadtAugsburgregelt Stellplatzverordnung neu Augsburg. Seit 2010 ist ander sogenannten Stellplatzverordnung der StadtAugsburg nichts mehr geändert worden. Jetzt soll sie aktualisiert werden – was vor allem Fahrradfahrern zugute kommt. WieBaureferent GerdMerkle in der Januar-Sitzung des Bauausschusses ausführte, sollen öffentlichewie privateNeubauten von nun anverpflichtend mit Stellplätzen für Fahrräder ausgestattet werden. So gilt etwa bei Mehrfamilienhäusern, dass auf je 40 Quadratmeter Wohnfläche ein Radel-Platz kommen muss. Ein Rad, so erklärt das Baureferat auf Nachfrage, soll dabei 1,5 Quadratmeter Platz haben. Die Radelständer sollen zudem „nahe am Eingangsbereich errichtet werden und mehrheitlich über einen Wetterschutz verfügen“. Bislang mussten Bauherren einzig für Autos eine geregelte Anzahl an Parkplätzen schaffen. Auch hier ändert sich die Verordnung. So müssen etwa an Kindergärten, Studentenund Seniorenwohnungen künftig mehr Stellplätze hinzu gebaut werden. Reduziertwerden hingegen die verpflichtend zu schaffenden Parkgelegenheiten für sozialen Wohnungsbau. Die Erfahrung zeige, erklärte Merkle, dass Parkhäuser –etwa an Gebäuden der städtischen Wohnungsbaugesellschaft –„oft nicht belebt“sind. Die endgültige Entscheidung über die aktualisierte Verordnung trifft am morgigen Donnerstag derStadtrat. (lib) Winterdienstgeltendmachen HAUSHALTSNAHE DIENSTLEISTUNG/Ein Jahrhundertwinter,wie ihn mancher Experteangekündigt hatte, wird es wohl nicht mehrwerden. Aber:Esdarfabgerechnet werden. Wenn auch regional recht unterschiedlich, so mussten viele Deutsche in dieser Wintersaison wieder Wege von Eis und Schnee befreien und noch bis Ostern erwartet uns sicher der eine oder andere Wintereinbruch. Während sich die Kommunen um den Winterdienst auf den Straßen kümmern, übertragen sie die Räum- und Streupflicht für öffentliche Gehwegeinder Regelauf die Eigentümer der anliegenden Häuser beziehungsweise Grundstücke und diesenicht selten perMietvertrag an ihre Mieter. Die Verkehrssicherungspflichtbesagt, dass Bürgersteige werktags zwischen 7 und 20 Uhr und anSonn- undFeiertagenvon 9bis 20 Uhrpassierbar gehalten werden müssen. Bei starkemSchneefall sind die Anlieger dann oft mehrmals am Taggefordertzuräumen undzu streuen, um einsicheres Durchkommenzugewährleisten. Aus organisatorischen oder gesundheitlichen Gründen beauftragen immer mehr Menschen einen professionellen Winterdienst. „Viele wissen aber nicht, dass sie einen Teil der Kosten in der Regel absetzen können, auch wenn sie die Immobilie selbst bewohnen oder nur Mieter sind“, erläutert Linda Rißmann Der Fiskus erkennt mittlerweile auch die Kosten des Winterdienstes für öffentliche Gehwege an, wenn der Steuerzahler zuderen Räumung als Anlieger verpflichtet ist. Foto:djd/Cystorenal-Forschung/NikitaVishneveckiy–Fotolia.com Beratungsstellenleiterin derLohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.)inAugsburg. Geltend gemacht werden können die Aufwendungen im Rahmen der sogenannten „haushaltsnahen Dienstleistungen“. Hatten die Finanzämter vormals nur das Räumen und Streuen auf dem eigenen Grundstück als „haushaltsnahe Dienstleistung“ anerkannt, hat der Bundesfinanzhof im März 2014 entschieden, dass eine Leistung nicht unbedingt im Haushalt erbracht werden muss, um „haushaltsnah“ zu sein. „Dementsprechend erkennt der Fiskus mittlerweile auch die Kosten des Winterdienstes für öffentliche Gehwege an, wenn der Steuerzahler zu deren Räumung als Anlieger verpflichtet ist“, so die Lohi- Steuerexpertin. Wie bei anderen haushaltsnahen Dienstleistungen auch, sind 20 Prozent der Aufwendungen für den Winterdienst absetzbar, allerdings nur Lohnund keine etwaigen Materialkosten. Maximal 20 000 Euro können insgesamt pro Jahr für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Hausreinigung über die Gartenpflege bis hin zur Kinderbetreuung geltend gemacht werden. 20 Prozent, also maximal 4000 Euro, werden direkt von der individuellenSteuerschuldabgezogen. Ein paar Punkte aber sollten Steuerzahler dabei beachten, empfiehlt Linda Rißmann von der Lohi. „Wichtig ist, dass Sie eine Rechnung des Dienstleisters haben und diese nicht in bar, sondern mittels Überweisung beglichen haben.“Barquittungen erkenne das Finanzamt nämlich inder Regel nicht an. „Zudem sollten auf der Rechnung Lohn- und Materialkosten getrennt ausgewiesen sein“, erklärt dieLohi-Steuerexpertin. Mieter können haushaltsnahe Dienstleistungen wie Gartenpflege, den Besuch des Kaminkehrers oder den Winterdienst übrigens auch dann steuerlich geltend machen, wenn sie diese gar nicht selbst beauftragt haben. Etwa dann, wenn der Vermieter dieDienstleistungen über die Nebenkostenabrechnung auf den oder die Mieter umlegt. Vermieter sind verpflichtet, entsprechende Positionen gesondert auszuweisen beziehungsweise eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. (lohi.de) Neu bei der Sozialversicherung Zum1.Januar 2016 wurden die Beitragsbemessungsgrenzen zur Kranken- und Rentenversicherungsowie die Bezugsgröße in der Sozialversicherung an dieimvergangenen Jahr gestiegenen Löhne und Gehälter angepasst. Die Bezugsgrößen zur Sozialversicherung betragen 2905 Euro imMonat (Bundesländer West) und 2520 Euro im Monat(Bundesländer Ost). Fürdie Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die bundeseinheitliche Bemessungsgrenze seit 1.Januar 2016 pro Monat 4237,50 Euro. Zur gesetzlichen Rentenversicherung und zur Arbeitslosenversicherung sind 2016 Beiträge bis zur Bemessungsgrenze von 6200 Euro pro Monat (Bundesländer West) bzw. 5400 Euro (Bundesländer Ost) zu zahlen. Die Beitragssätze zu den einzelnen Zweigender Sozialversicherung bleiben in2016 stabil. Die Beiträge werden inder Regel vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweilszur Hälfte getragen.Den kassenabhängigen Zusatzbeitrag müssen die Versicherten jedoch allein entrichten. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ist 2016 von 0,9 ’Prozent auf 1,1 Prozent gestiegen. Die nur vom Arbeitgeber zu zahlende Insolvenzgeldumlage istdagegen von0,15 Prozentauf 0,12Prozent gesunken. (pm) Haben Sie schon an Ihre Arbeitnehmersteuer überall in Deutschland www.hilo.de Einkommensteuererklärung (bei ausschließlich Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit) auf Wunsch auch Beratung bei Ihnen zuhause Wir beraten Arbeitnehmer als Mitglieder ganzjährig. Steuerwissen ist Geld! Wir setzen unser Wissen und unsere Erfahrungen zu Ihrem Vorteil ein und erstellen Ihre Einkommensteuererklärung Im Rahmen einer Mitgliedschaft beraten wir Arbeitnehmer, Beamte, Rentner und (Klein-)Vermieter gemäß der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach §4 Nr. 11StBerG. 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Für daszweite undjedes weitere Kind gewährt der Gesetzgeber ab2016 noch einmal 240 Euro Entlastungzusätzlich. Foto/Text: lohi.de/djd/PaulBauder Lohnsteuerhilfe Bayern e. V. Gögginger Str.99 · 86199 Augsburg Telefon: 0821 36011 www.lohnsteuerhilfe-augsburg.net Wir zeigen Arbeitnehmern, Rentnern und Pensionären -imRahmen einer Mitgliedschaft begrenzt nach §4Nr. 11 StBerG -alle Möglichkeiten auf,Steuervorteile zu nutzen. Unser Beratungsstellenleiter Lothar Günther ist gerne für Sie da! Beratungsstelle: Gunzenleestraße 24 86438 Kissing Tel.: 08233/79 53 920 Lothar.Guenther@vlh.de

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